Wahrscheinlich habe ich ein etwas anders Spiel gesehen als die offiziellen Hofberichterstatter der Heideköpfe, aber ich muss schon sehr tief im Gedächtnis kramen, um mich an einen so schlechten Saisonstart erinnern zu können.
Was war geschehen? Die Heideköpfe gingen im ersten Spiel unter, im Zweiten hatten sie das Glück auf ihrer Seite. Aber eben nur das Glück, nicht das Können.
SPIEL 1
Einen absoluten Fehlstart erwischte der sonst immer recht souveräne Heideköpfe-Pitcher Markus Winkler, der über die Winterpause vergessen zu haben schien, was eine Strikezone ist. Mit zwei mächtigen Körpertreffern brachte er gleich zu Beginn des Spiels zwei Saarländer auf Base, die dnn auch kurzen Prozess machten un bei einer völlig überforderten Defensive mit enormen Schwächen gleich im ersten Inning mit 3:0 davonzogen.

Wild Pitch am ersten Base: Saarlouis schaut verwundert dem Ball nach
Schwächen leistete sich das gesamte Infield, angefangen beim schwachen Heideköpfe Shortstop Doug Kruthaupt und einem ungewohnt unsicheren Hannes Hirschberger. Und so war es eigentlich eine logische Konsequenz, dass Saarlouis bis ins 5. Inning mit 6:0 davonzog. Einen großen Anteil an der Führung hatte dabei Saarlouis Superstar Chris Sweeny, der den Ball gleich zweimal über den Zaun des Leftfield gedroschen hat.
Ein starkes Pitching des gebürtigen Tschechen Ales Keprta auf Seite der Hornissen liess die Heideköpfe nicht in den Angriff kommen, und alles was ins Feld ging, war eine sichere Beute der souveränen Verteidigung Saarlouis.
Etwas Hoffnung kam auf, als im fünften Inning einige Hits der Heideköpfe gegen den merklich nachlassenden Keprta gelangen. Man schaffte es, immerhin auf 4:6 heranzukommen und die Hoffnung keimte auf, das Spiel doch noch wenden zu können.

Sicher am zweiten Base !
Im 6. Inning hatte der sichtlich frustrierte Winkler den Pitcher-Mound an Aljoscha Schattmann abgegeben, der zunächst recht gut begann. Dann allerdings gelang Sweeny ein weiterer Homerun zum 9:4, was Schattmann zunehmend nervös werden liess.
So musste er im 7. Inning bereits wieder Platz machen für Hagen Rätz, der recht platziert warf, und damit die Schlagmänner aus Saarlouis wieder auf die Bank schickte.
Nun schien die grosse Aufhohljagd begonnen zu haben. Den Heideköpfen gelang es, die Bases zu besatzen und der mögliche Ausgleich lag in der Luft. Wer aber die Heideköpfe kennt weiss, dass eine solche aussichtsreiche Situation fast nie zu Punkten führt. Und so auch in dieser Situation, als die starke Verteidigung der Hornets mit einem sehenswerten Doubleplay alle Aufhohlbemühungen der Heideköpfe zunichte machte.
Böse kam es dann im nächsten Inning: bei der Chance, möglichst ungeschoren davonzukommen, bekam der Heidenheimer Shortstop den Ball wieder einmal nicht unter Kontrolle, Saarlouis zog auf 10:5 davon, bevor Pycock einen Drei-Run-Homerun schlug und damit die Moral der Heideköpfe völlig brach.

Doubleplay- Situation: Aus am zweiten Base. Der Umpire zeigt es an.
Im Rückschlag geb es dann eine kleine Belohnung für die Heidenheimer, als Ryan Dowdy einen der mächtigsten Homeruns drosch, den der Ballpark je erlebt hatte: Weit hinter dem Zaun des Centerfields (!!!) landete der Ball unerreichbar für sie Verteidigung der Saarländer. Zwar sah der Spielstand jetzt mit 8:13 schon wieder besser aus, aber eigentlich glaubte keiner mehr an eine Wende im Spiel.
Und so kam es, wie es kommen musste: Sweeny kam zu seinem (fast fälligen) Grand-Slam-Homerun, der die Gäste auf 17:8 katapultierte. Und nun für Kenner etwas zum "Zungeschnalzen": Sweeny war überragender Akteur des Spieles mit 6 aus 6, drei Homeruns und neun RBI ! In einem Spiel ! Mancher braucht für sowas zwei oder drei Spielzeiten....
Nach dieser Niederlage, die für die Heideköpfe absolut verdient war, nützte es auch nichts, dass Heidenheims Manager Klaus Eckle Protest gegen die Wertung einlegte. Seiner Ansicht nach war der Saarländer Catcher nicht spielberechtigt, da dieser bereits einen Profivertrag in den USA unterzeichnet hatte.
Aber Spiele werden auf dem Platz entschieden. Nicht am grünen Tisch....

Das Heideköpfe - Team 2007
SPIEL 2
Hoffnungsvoller schien es im zweiten Spiel loszugehen, als Forrest Martin den Pitcher Mound übernahm. Zwar musste er auch gleich einen Walk zulassen, dann aber kam ein Spielzug, den ich persönlich so noch nie gesehen habe, und der absoluter Höhepunkt des gesamten Spieltags war:
Base 1 war durch den Walk besetzt. Ein schwacher Schlag direkt auf den Heidenheimer Pitcher wurde von diesem absichtlich nicht gefangen, sondern nur abtropfen gelassen. Damit war zunächst ein vermeintlich sicheres Fly-Out zunichte gemacht. Der blitzschnelle und aufgeweckte Martin schnappte sich den direkt vor ihm liegenden Ball und taggte den Läufer noch vor dem ersten Base. Das wirklich raffinierte an dem Spielzug war, dass durch diese Aktion der Spieler auf dem ersten Base gezwungen wurde zu laufen. Und für Martin war es nun einfach, den Ball ans erste BAse zu spielen und den zurückstürmenden Spieler aus Saarlouis ebenfalls aus zu machen. Ein sehenswertes Doubleplay á la "Die Bären sind los."
Nach zwei Hits von Dankerl, dem Neuzugang vom Absteiger Fürth und Winkler machte Hannes Hirschberger einen sehr platzierten Bunt, der die Hornets ins Schwimmen brachte und Heidenheim zwei Punkte bescherte.

Toller Einsatz aller Akteure: spektakulärer Heidenheimer Punkt. Der Catcher von Saarlouis kommt zu spät.
Der Rest des Spieles war von den Pitchern bestimmt, wobei der Saarlouis-Star Sweeny eindeutig die besseren Würfe auf Lager hatte.
Erst im fünften Inning liess der sowieso nicht den allerbesten Eindruck hinterlassende Heidenheimer Pitcher Martin nach einem Fehler zwei Punkte zum Ausgleich zu. Und im sechsten Inning kam es noch dicker, als nach schwachem Pitching und Fehlern in der Defensive die Saarländer sogar mit 3:2 in Führung gehen konnten.
Aber im Rückschlag gelang mit Hits von Gruber, Dankerl und einem mächtigen Schlag von Winkler der überaus wichtige Ausgleich.
Als im letzten Inning die Hornets leer ausgingen, lag es an Heidenheim, für den Sieg zu sorgen.Füßer kam mit Hit auf Base und ein Bunt von Dowdy brachte auch ihn auf Base. Ein Sacrifice-Fly von Gühring sollte Füßer auf das Dritte Base bringen. Dies wollten die Hornets unter allen Umständen verhindern. Der mächtige Wurf aus dem Outfield verfehlte allerdings sein Ziel und krachte ins Heidenheimer Dogout, was Füßer nachhause und Heidenheim einen verdienten, wenn auch schwer erkämpften Sieg einbrachte.
Die Statistik
Game 1: SLS vs HDH 17 : 8
SLS 3 - 0 - 1 - 0 - 2 - 3 - 0 - 4 - 4 16 Hits 1 Error
HDH 0 - 0 - 0 - 0 - 4 - 1 - 0 - 3 - 0 16 Hits 3 Errors
Game 2: SLS vs HDH 3 : 4
SLS 0 - 0 - 0 - 0 - 2 - 1 - 0 4 Hits 3 Errors
HDH 1 - 1 - 0 - 0 - 0 - 1 - 1 8 Hits 1 Error
Die nächsten Spiele
15.4. auswärts gegen Gauting (zwei Siege beim Angstgegner müssen her)
22.4. zuhause gegen Mannheim (der gewohnt heisse Tanz mit hoffentlich Weltklasse-Spielen)